Das Licht

Eine phänomenologische Zusammenfassung

Ein kleiner Ort in Brandenburg: Brieselang im Havelland, eine amtsfreie Gemeinde vor den Toren Berlins. Hier gibt es eine düstere Legende um jenen Wald – den Brieselang -, der bereits Theodor Fontane faszinierte und den er in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschrieb.

Die Rede ist von einem Licht, welches allabendlich an einem bestimmten Waldweg zu sehen sein soll. Die Beschreibungen über das Aussehen und seine Dynamik gehen auseinander. Mal soll es lediglich ein weißes Aufblitzen sein, ein anderes Mal ein grüner Punkt, auch andere Farben wurden berichtet. Während einige beschreiben, wie das Licht sich auf sie zu bewegte, entfernte es sich bei anderen, obwohl sie beständig darauf zu gingen. Hunde sollen sich sträuben, nachts den Wald zu betreten; tote Handys, beschädigte Fahrzeuge und ausgefallene Kameras scheinen von einem starken Einfluss des „Leuchters“, wie das Phänomen auch von einigen genannt wird, zu zeugen.

Die Faszination des Phänomens – seit vielen Jahren ungebrochen. Man ist sich uneins darüber, wann es zum ersten Mal auftauchte: Hat bereits Fontane darüber geschrieben? Wurde es nach dem 2. Weltkrieg erstmals gesehen? In den 1980er Jahren? Oder kamen die ersten Berichte erst nach der Wendezeit auf? Eine umfassende, zurückreichende Chronik von Brieselang existiert nicht.

Lichter im Forst, nicht selten sind tatsächlich welche zu sehen – zahlreiche Sagen und Geschichten haben sich um das Phänomen entwickelt.

Eine davon ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das 1945 von russischen Soldaten vergewaltigt und ermordet wurde. Findet ihr Geist dort im Wald keine Ruhe? Oder handelt es sich um den Mörder, dessen unruhige Seele sich im Wald manifestiert? Auch hört man grausige Geschichten über einen Dämon, der Waldbesuchern die Haut abzieht und über die Bäume hängt. Hexen, Wahnsinnige, Außerirdische – jeder hat seine ganz eigene Erklärung für den Lichterspuk und so richtig will die Wahrheit auch niemand wissen, wie einst Jürgen Krumnow, damals Redakteur der Märkischen Allgemeinen Zeitung, feststellte.

Die Sagen und das tatsächlich vor Ort zu erlebene Phänomen ziehen somit zahlreiche Menschen an. Bis über die Landesgrenzen hinaus ist das Licht vom Brieselanger Wald bekannt. Insbesonders Jugendliche zieht es an Wochenenden abends und nachts in den Wald. Ein Leuchter-Tourismus, so kann man es nennen. Die Spuren in der Umgebung sind nicht zu übersehen.

Und auch einige grenzwissenschaftliche Forscher sind dem Phänomen nachgegangen, etwa Mitarbeiter des Centralen Erforschungsnetzes außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Mannheim) oder der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (Lüdenscheid), ebenso wie der Ghosthunting-Gruppe Paranormal Berlin-Brandenburg (Berlin). Deren Untersuchungen waren von ganz unterschiedlichen Schwerpunkten gekennzeichnet, die Schlussfolgerungen decken sich nicht in allen Punkten. So bleibt das Rätsel erhalten.

Das unheimliche Licht vom Brieselanger Wald

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