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Paul – Ein Alien auf der Flucht

Aber die Animation fand ich gut...

„Das Komiker-Gespann […] liefert statt treffender Pointen eher peinliche Gags. Eine nur mäßig originelle Hommage ans Science-Fiction-Genre und seine Fans.“
Filmlexikon auf kabeleins.de

Eigentlich möchte ich gar nicht so viele Worte über diesen Film verlieren. Klar ist, das es letztlich immer Geschmackssache ist, ob einem so etwas gefällt. Mir jedenfalls hat es weniger gefallen. Vielleicht bin ich schon längst nicht mehr für pubertäre Witze zu haben – und diese sind es letztlich den den größten Teil des Films ausmachen. Ein paar nette Anspielungen auf UFO-Popular-Themen und Sci-fi-Filme reichten nicht aus, sich dem Pubertär-Klamauk entgegenzustemmen und dafür zu sorgen, dass ich „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ wirklich etwas abgewinnen konnte. Und selbst Pauls Synchronstimme Bela B. Felsenheimer (den ich lieber sprechen oder singen höre, als ihn schauspielern zu sehen) reißt’s nichts raus. In Ordnung, den Film gesehen zu haben, mehr aber auch nicht.

Storyzusammenfassung, geklaut aus der Wikipedia:

Zwei britische Nerds und Science-Fiction-Fans reisen im Urlaub mit dem Wohnmobil auf dem Weg zur Area 51, geleitet von weiteren Alien-Hotspots (wie Black Mailbox), quer durch Amerika. Damit haben sie sich einen Kindheitstraum erfüllt. Unterwegs läuft ihnen ein Alien namens Paul über den Weg, welcher aus einem Militärstützpunkt ausgebrochen ist. Dort wurde es mehr als 60 Jahre festgehalten, hat der Regierung viele Hinweise auf außerirdisches Leben geliefert und bei technischen Entwicklungen geholfen. Nun sucht Paul den Weg nach Hause, da er sein Wissen weitergegeben hat und nun getötet werden soll. Das einzige, was die Behörden ihm noch nicht wegnehmen konnten, sind seine Fähigkeiten. Dieses Unterfangen scheint sich jedoch schwierig zu gestalten, denn plötzlich ist das FBI hinter ihnen her und die beiden Freunde kidnappen mehr oder weniger aus Versehen eine junge Frau, sodass sie jetzt auch noch den erzürnten Vater am Hals haben. Auf der Verfolgungsjagd begegnen sie religiösen Fanatikern, Science Fiction-Fans und einer alten Bekannten von Paul.

Dabei fand ich die Story gar nicht so uninteressant und war voller Hoffnung auf mögliche Anspielungen auf das UFO- und damit auch das Alien-Thema. Die gab es natürlich auch – allein durch zahlreiche Straßenschilder, und Roswell durfte natürlich auch nicht fehlen. Vielmehr ist der Film jedoch eine Hommage an Sci-Fi-Streifen der 80er Jahre. „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ und „Star Wars“ sowie „E.T.“ erkennt man leicht raus. Das war dann fast schon wieder schön. Lachen musste ich bei dem leicht abgeänderten „Zurück in die Zukunft“-Zitat zum Ende des Films hin. Ebenso klasse die Diskussion Pauls mit einem „Zyklopen“ über Evolution und Kreationismus durch die geschlossene Klotür. Weitere Szenen sind mir leider nicht großartig im Kopf hängen geblieben.

Die beiden Hauptdarsteller waren herrlich nerdig – was mich auch trotz Klischees nicht gestört hat – und die Animation des Aliens hat mir auch gefallen. Nur leider war die Handlung sehr vorhersehbar und – wie schon erwähnt – sprudelte der Vulgärwitz nur so über. Es wurde geflucht, sexistische Anspielungen gemacht und ich denke, dass 15jährigen Jungs da durchaus ihre Freude gehabt hätten. Vielleicht wäre das sogar noch okay gewesen (schließlich lebt auch die Scary-Movie-Reihe vom Vulgärwitz und die hat mit besser gefallen), wenn man nicht das Gefühl gehabt hätte, dass zahlreiche Möglichkeiten sowohl in der Story- und Personenentwicklung als auch im Humorbereich einfach verschenkt wurden. Andererseits: Vielleicht macht der Film in großer Runde mit Nerd-Freunden und anderen Sci-fi-Fans dann doch mehr Spaß. Das war mir leider nicht vergönnt.

Übrigens greift Paul im Film ein szenetypisches Argument auf. Während kritischere UFO-Forscher den Einfluss von medial verbreiteten Alientypen auf die Vorbelastung der Gesellschaft (also auch der UFO-Zeugen) untersuchen, dreht Paul den Spieß um und behauptet: Zahlreiche Spielzeuge und Aliendarstellungen des Typus „Kleiner Grauer“ beruhen auf seinem optischen Erscheinungsbild. Und das bringt er sehr überzeugend hervor.

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