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UFO-Webseiten im Blickpunkt – Folge 1: CENAP

Die Internetseite des Centralen Erforschungsnetzes außergewöhnlicher Himmelspänomene (CENAP): Ebenso umstritten wie die UFO-Gruppe selbst. An dieser Stelle soll CENAP anhand der für die Öffentlichkeit im Internet bereitgestellten Angebote sowie vor allem deren Darstellung betrachtet werden. Es ist für mich ein zweischneidiges Schwert, eine Kritik über diesen Webauftritt zu verfassen, da ich bis 2001 Webmaster bei CENAP war und diese Seiten selbst layouted habe. Ich will es dennoch versuchen, zumal es noch reichlich Anmerkungen zu machen gibt über andere Dinge, die nichts mit dem Layout zu tun haben.

Basisdaten

Domain: www.cenap.de (Inhaber: Roland Gehardt) / cenap.alien.de (Server: Alien.de/Martin Schädler)
V.i.S.d.P.: Werner Walter (WW)
Realisiert in: HTML
Genutze externe Dienste: YouTube, blog.de
Stand: 13. April 2011

Design und Eindruck

Ich hätte echt nicht gedacht, dass es im Jahr 2011 noch derart GROTTIG designete Seiten gibt.
User Szooth am 30. März 2011 Alien.de-Forum

Kein schönes Layout. So deutlich sage ich das vor allem auch deshalb, weil ich es selbst verzapft habe. Der Ansatz sollte wohl ein spartanischer sein; ich weiß es nicht mehr, was ich mir dabei gedacht habe. An dieser Stelle entschuldige ich mich bei Werner Walter, dass ich ihn damit zurück gelassen habe (zwar hatte ich ihm einen neuen Webmaster organisiert, dieser hat seinen Job jedoch nie angetreten). Aber nun mal ehrlich, Werner, es wird Zeit für was Neues. Seit 10 Jahren hat sich  am Layout (das immerhin für den ersten Eindruck sorgt) nichts mehr geändert. Alles in allem haftet den Seiten der Zeitgeist der späten 90er Jahre an. Vielleicht findet das der ein oder andere sogar sympathisch (handgemacht halt) und manchem ist es vielleicht auch egal, solange ihm der Inhalt passt. Ich denke aber, dass man nach all der Zeit den Seiten einen moderneren Anstrich geben kann und sollte.

Aktualität

So gut wie täglich gibt es mindestens einen neuen Beitrag auf dem zum Webangebot gehörenden „Newsticker“ (bzw. Blog, siehe unten), was an und für sich einen Pluspunkt für die Aktualität darstellt. Dieser wird allerdings geschmälert, wenn man sich die statischen Seiten anschaut: Man findet dort einen Auszug aus einem nie erschienenen UFO-Buch (http://cenap.alien.de/wahrheit2.htm) und die Kontakte zu CENAP-Mitarbeitern sind nicht aktuell [1].

Der Vorteil der Unterscheidung von dynamischen und statischen Seiten liegt ja auch darin, dass man die statischen Seiten nicht ständig neu anpassen muss, sondern sich die Neuigkeiten auf den dynamischen Seiten abspielen. Aber zumindest dürfen die Angaben auf den statischen Seiten nicht völlig veraltet sein.

Inhalte

Inhalt gibt es reichlich auf den Webseiten. Ob Greifswald, Belgien, Gulf Breeze oder Nazi-UFOs – nach 35 Jahren in der UFO-Forschung hat CENAP einiges zu sagen. Dabei fällt auf, dass das Zusammentragen und Aufbereiten geschichtlicher und ausländischer Quellen einen besonderen Stellenwert hat. Hier hat Walter unschätzbare Arbeit geleistet, was die Webseite zu einem Pool von Informationen macht. Ein Besuch lohnt sich allein deshalb. Dabei ist klar, dass ein skeptischer Ton herrscht – die Ablehnung desselben sollte aber nicht den Blick auf den Fundus an den dazwischen angesiedelten Informationen verstellen.

Die Selbstdarstellung der CENAP-Gruppe (http://cenap.alien.de/historisches/historisches1.htm) ist sehr ausführlich ausgefallen und im Kontext der Zeit beschrieben, als sich CENAP gründete und aktiv war. Sinnvoller wäre es aber m.E. gewesen, die Gruppe und ihre Arbeit kurz und knapp vorzustellen. Man versetze sich in die Lage, eines Erstbesuchers, der sich kurz darüber informieren möchte, wer CENAP ist. Statt dessen findet er eine langatmige historische Abhandlung über die Gründung der Gruppe und das Drumherum vor. Bei all den lesenswerten Informationen ist eben gerade die Länge der Texte ein großes Manko. Wenn dann noch schlechte Formatierung hinzukommt (Blocksatz etwa, sorry), macht das Lesen nicht nur wenig Spaß, sondern wird richtig anstrengend. [2]

CENAP sollte sich – so meine dringende Empfehlung – überlegen, was mit den Texten bezweckt werden soll. Dass Werner Walter ein Vielschreiber ist, lässt sich mühelos erkennen, aber ist es das, was man nach außen hin zeigen möchte? Immer wieder pochte CENAP darauf, dass es um Inhalte gehe – wenn aber das Transportmittel dieser Inhalte nicht gut gemacht ist, dann hilft alles nichts. Die Inhalte werden kaum jemanden erreichen. Hier trifft ein Sprichtwort vor allem anderen zu und CENAP sollte sich fragen, ob das das Ziel sein kann:

Perlen vor die Säue.

Bezeichnend ist hierbei, was der User Chilling Chinchilla am 1. April 2011 im Alien.de-Forum schrieb:

„Erstens das und vor allen Dingen soll sich WW mal abgewöhnen so viel zu schreiben. Das ist echt anstrengend zu lesen und ich kenne keine Webseite und auch keinen Blog, auf dem soviel Text steht auf der CENAP-Seite. Ich habs WW damals zusammen mit Moredread mal angeboten, die Seite auf den neuesten stadt der Technik zu bringen und ihr ein neues Design zu verpassen, aber er meinte, das wäre gut so, wie es ist.“ [sic!]

Ein Impressum gibt es nicht, was – denkt man an die mediale Berichterstattung zur Abmahnwelle im Internet – geradezu leichtsinnig ist. Immerhin, Kontaktaufnahme erfolgt über die inzwischen deutschlandweit bekannte UFO-Hotline-Nummer sowie eine Email-Adresse. Auch ein Gästebuch gibt es nicht – angesichts der oftmals beleidigenden Kommentare, die CENAP aus der Szene entgegenwehen, mehr als verständlich. Ich vermisse das nicht wirklich.

Der „Newsticker“

Da der „Newsticker“ des CENAP eigentlich eine Mogelpackung ist,  schreibe ich darüber seit geraumer Zeit nur noch in Gänsefüßchen. Dennoch ist  dieser das eigentliche Herzstück der Webseite und verdient eine gesonderte Betrachtung. Link: http://www.alien.de/cenap/cenapnews.

Hier schreibt WW über UFO-News aus Gegenwart und Vergangenheit, betreibt Szene-Schau und Ego-Pflege, polemisiert und polarisiert. Hochaktuell ist der „Newsticker“ auf alle Fälle, und ein wenig gefürchtet auch. Wessen Name in einem Beitrag erscheint, hat oft wenig zu lachen.

Für fast alle Texte auf dem „Newsticker“ (wie eben auch auf der Webseite) gilt jedoch, dass sie kaum lesbar sind. Dies liegt zum einen an der unglaublichen Länge, die einige Texte aufweisen [3], vor allem aber auch an der furchtbaren Grammatik und dem Sprachstil Werner Walters. Zwar beansprucht CENAP immer wieder die „Macht der klaren Worte“ für sich, scheint sie jedoch nicht einzusetzen. Denn beim Lesen der Texte ist es oft alles andere als klar, was uns der Autor sagen möchte. Teilweise muss man einen Satz mehrere Male lesen, bevor man versteht, was die Aussage ist. Und wieder die Frage: Kann das das Ziel sein? Diese Kritik an den Walter’schen Texten ist uralt und wird bislang vom Autor beharrlich ignoriert.

Ein weiterer Negativpunkt, der schon oft von verschiedenen Seiten angesprochen wurde: Die Off-Topics, die CENAP in ein unseriöses Licht rücken. „Deutschland sucht den Superstar“ und die Action-Serie „24“ sind Themen, die häufig in den Texten auftauchen. Als offizieller CENAP-„Newsticker“, der laut eigenen Aussagen ja auch von Medienvertretern frequentiert wird, finde ich das einfach fehl am Platz. Vielleicht könnte man das in einen Bereich mit dem Titel „WW ganz privat“ ausgliedern.

„Newsticker“ goes Blog!

Seit März 2011 unterhält CENAP bei blog.de auch (wieder) einen CENAP-Blog unter http://ufo-meldestelle.blog.de [4], auf welchem die Beiträge des „Newstickers“ (zumindest momentan) gespiegelt werden. Die Überführungen des „Newstickers“ in einen Blog ist m.E. ein längst notwendiger Schritt: Als erster in der Szene (zumindest in meiner Wahrnehmung) hat Werner Walter gebloggt im wahrsten Sinne des Wortes, auch wenn er selbst seine Beiträge als „News“ bezeichnet hat (das eine schließt das andere ja auch nicht zwangsläufig aus). Zwischen all den Informationen in seinen Beträgen auf dem „Newsticker“ konnte man schon immer zahlreiche persönliche Ansichten, Off-Topics, You-Tube-Videos und einen eher lockeren Schreibstil finden. Dies als „Newsticker“ zu bezeichnen war eine Farce. Werden die Beiträge nun in einem Blog veröffentlicht, wird dies den Inhalten mehr gerecht werden und der Leser weiß von vorneherein, was er vorfindet. Außerdem kann durch Nutzung der Blog-Software auch modernes Zubehör verwendet werden (CENAP hat endlich RSS Feed!!!), was einen Fortschritt darstellt.

Zwar sind die Texte immer noch schwer lesbar (kürzer wäre besser und man könnte noch mehr von der Kategorieneinteilung Gebrauch machen). [5], aber wer erwartet schon Wunder?

Momentan ist der alte „Newsticker“ noch online und der Blog wird nicht direkt auf der Startseite verlinkt (was es nicht eben leichter macht, ihn zu finden). Ich werde gespannt verfolgen, was daraus entsteht.

Fazit

Viele interessante Informationen, schlechte Verpackung. CENAP war zwar schon verhältnismäßig früh im Internet vertreten, misst jedoch der zeitgemäßen und vor allem besucherfreundlichen Darstellung scheinbar keine Wichtigkeit bei.

„CENAP brauchen dringend einen vernünftigen Webmaster“, fordert der User Szooth am 01.04.2011 im Alien.de-Forum. Dem stimme ich zu und ergänze: … und einen Lektor mit dickem Fell!

  1. Stand November 2003! So ist Sascha Schomacker schon seit einigen Jahren nicht mehr in der UFO-Szene aktiv, dafür fehlt Rechtsanwalt Jens Lorek, der gelegentlich auch für CENAP vor die Kamera tritt []
  2. Vorschlag: Ich könnte mir vorstellen, dass man auf der Webseite selbst nur eine Zusammenfassung der längeren Texte (nicht länger als eine A4 Seite) bringt und die Vollversion (ebenfalls ordentlich formatiert und unter Berücksichtigung der Grenzen der menschlichen Wahrnehmung bei Internettexten) als PDF (eBook?) zum Herunterladen anbietet. []
  3. Und zwar unter völliger Ignoranz der gängisten Regeln der Wahrnehmungspsychologie im Bezug auf Internet-Leser, siehe: http://www.kommdesign.de/texte/index.htm []
  4. Nicht zu verwechseln mit dem 2010 geschlossenen CENAP-Blog von Roland Gehardt, der neben dem „Newsticker“ geführt wurde, und unter derselben Adresse lief. Der neue Blog ist jedoch die direkte Fortführung des „Newstickers“. []
  5. Und zu guter Letzt etwas Disziplin, die Werner Walter benötigen würde um nicht 7 oder mehr Themen in einen Beitrag zu packen, sondern diese einzeln den Kategorien zuordnet und jeweils einen Beitrag pro Thema macht. Das würde die Lesbarkeit und die Übersicht sehr steigern. An der Grammatik und dem bei WW sehr starken Impuls die Verbalkeule zu schwingen, wird man sicher nichts ändern können. []

5 Kommentare

  1. Morgen [T.A.],

    vieles was du forderst wird in nächster zeit umgesetzt. Vor allem werden die Texte in bearbeitet und in PDFs angeboten. Haben wir ja schon zum Teil auf der Blogadresse unter Downloads verwirklicht.

    Braucht eben Zeit bei der Masse an Information. Allerdings sollte derjenige, der sich für das Thema ernthaft interessiert, nicht vor langen Texten Angst haben oder keine Lust die zu lesen.

    Gruß
    Roland

    • T.A. Günter T.A. Günter

      Lieber Roland,

      das freut mich zu lesen. Und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung. Dass es seine Zeit braucht, den ganzen Kram in ein lesbares Format zu bringen, keine Frage. Lasst es mich wissen, falls ich das ein oder andere, das ich hier zur Sprache gebracht habe, an anderer Stelle näher ausführen soll.

      Allerdings kann ich dir nicht vollends zustimmen, wenn du schreibst, dass „derjenige, der sich für das Thema ernsthaft interessiert“, keine Angst vor langen Texten haben darf oder keine Lust diese zu lesen.“

      Das sagt sich immer so schnell, ist aber m.E. eine in den meisten Fällen vorgeschobene Ausrede. Es gibt genügend Leute, die wahrlich seit vielen Jahren am Thema ernsthaft interessiert sind (auch von denen, die man als kritische UFO-Forscher ansehen kann), jedoch heute sinngemäß sagen: Diesen unlesbaren Kram auf dem „Newsticker“/Blog les ich schon lang nicht mehr.

      Und was ist mit den Besuchern, die nicht ernsthaft am Thema interessiert sind, sondern als Otto Normalverbraucher auf die Seite kommen? Etwa nachdem sie eine UFO-Sendung im Fernsehen gesehen haben. Von diesen kann man nicht erwarten, dass sie sich stundenlang in ein Thema einarbeiten. Diese Art von Besuchern (die ja im Sinne der Aufklärung wohl auch erreicht werden sollen) darf man nicht außen vor lassen und mit so einem Satz, wie dem o.g. abbürsten. Wäre schön, wenn ihr auch diese Besucher im Auge behaltet.

      Vielen Dank.

      Beste Grüße
      T.A.

  2. Hallo T.A. Günter,

    danke für den Super Job
    Interessante Aufklärungen (z.B. zum “CENAP-Layout”) und eine sehr gute ehrliche konstruktive Kritik.

    Viele Grüße … lumi

  3. Zeitenstrom Zeitenstrom

    Ich finde die Cenapseite ist eine super und spitzenmäßige Leistung…wenn man sich Augen hält das sich die Seite immer noch halten kann obwohl Werner Walter so ziemlich mit allen was er schreibt unrecht hat, falsch liegt usw.
    Vor allem vor dem Hintergrund das das 2001 an die Öffentlichkeit getretene Disclosure Projekt damals und seit dieser Zeit beweist und bewiesen hat das Außerirdische in Raumschiffen die Erde besuchen und der Leiter des Disclosure Projeks, Dr. Steven M. Greer, ca. dreimal im Jahr mit fremden Menschen an verschiedene Locations fährt um dort Außerirdische zu kontaktieren und zu treffen.

  4. Wandel in der deutschen UFO-Forschung: GEP und DEGUFO distanzieren sich von CENAP

    http://www.ufo-forschung.de/gep-pressemitteilungen/oeffentliche-erklaerung-der-gep-e-v-zur-ufo-gruppe-cenap

    http://www.degufo.de/

    http://www.exopolitik.org/wissen/kolumne/647-mind-the-gep

    Das wurde aber auch höchste zeit! Mufon hat ja zum Glück schon lvor längerer zeit mit Cenap abgeschlossen! Ich selber bin mit W.W. mehrmals an aneinder geraten und bis auf persönliche beleidigungen kam sonst nichts weiter. Der man mit dem Schaufensterblick sollte die Finger von dem lassen was er nicht versteht (Astrophysik, Biophysik, Physik, Astronomie). Feldforschung vor Ort oder mal vor Ort mit zeugen gesprochen oder den Fall maö näher untersucht? fehlanzeige! Dazu müsste man nähmlich seine Kllerloch verlassen und auf Reisen gehen. Als Einzelhandelskaufmann ist der Horizont nun mal nicht mit den Berufsbezeichnungen, wie oben angeführt, zu vereinbaren!
    Das sollte man sich schon selber eingestehen können!
    Vielleicht . . .hoffentlich bekommt nun auch das Thema „UFO“ in Deutschland ein etwas anderes Gesicht, so wie es bei seinem Nachbarländern schon lange der Fall ist!
    Werde das Deutschland mal am Rande weiter verfolgen und bin gespannt!

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