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DEGUFO hat getagt

Als GEP-Vertreter unterwegs

Die Frühjahrstagung der DEGUFO in Erfurt ist vorbei. Wir haben zwar nur die Hälfte mitbekommen (es fehlt uns der ganze Samstag und der erste Sonntag-Vortrag), aber pünktlich zum Mittagessen waren wir da. Man muss eben Prioritäten setzen. Bunte Mischung von Leuten anwesend: MUFON-CES, GEP, DEGUFO natürlich und viele fremde Gesichter. Bei Tisch gab’s erste Diskussionen um Projekte und mein Schnitzel sowie ein kurzes Updates bezüglich des Vortages. Einzig die Samstagsprogrammpunkte „Wege der UFO-Forschung (Vorschläge für organisationenübergreifende Forschungsansätze und -projekte)“ und „Projekt Generationenbibliothek“ hätte ich wirklich gerne mitgenommen. Na ja, wir werden sicher an verschiedenen Stellen über die Ergebnisse der beiden Punkte lesen. Da ich ein paar Eindrücke von der Tagung mitgenommen habe, will ich nicht damit hinterm Berg halten.

Was zunächst auffiel: Die Tagung war erstaunlich gut besucht. Habe ich mich verhört oder sagte Peter Hattwig was von ca. 50 Leuten? Nicht schlecht, Herr Specht. Auf die Inhalte der nun folgenden Vorträge soll hier übrigens nur oberflächlich eingegangen werden. In einer der nächsten Ausgaben des jufof können Sie die Details nachlesen.

Der für uns erste Vortrag des Tages war von Illobrand von Ludwiger (Vorsitzender der MUFON-CES) mit dem schwurbeligen Titel „Grundlagen einer wissenschaftlichen UFO-Forschung aus wissenschaftssozilogischer, wissenschaftspsychologischer sowie wissenschaftstheoretischer Sicht“ und einem klassichen Folienprojektor. Eine angenehme Art zu erzählen und einen recht feinsinnigen Humor hat der Herr von Ludwiger. In sofern war es recht angenehm, zuzuhören – zumindest bis er eine Radaraufnahmen-Folie nach der anderen auflegte und seinen Vortrag um etwa eine Stunde überzog. Inhaltlich wies Von Ludwiger u.a. auf die Vorbelastung des UFO-Begriffes hin und plädierte für die Verwendung des Begriffes Unidentified Aerial Phenomena (UAP), was in Deutschland bereits CENAP in den 70er Jahren getan und später wieder aufgegeben hatte. Ganz interessant fand ich auch ein an die Wand projiziertes Foto von – nein, kein UFO – den Aktenordnern mit den ungeklärten UFO-Fällen der MUFON-CES. Bereits 2003 hatte bei Skeptikern jenes Foto für Wirbel gesorgt und der Umstand, dass es von 7 Aktenordnern ganze 6 mit rotem Rücken (ungeklärt) und lediglich 1 mit schwarzem Rücken (identifiziert) gab. Das Verhältnis der Aufklärungsquote zu den nicht geklärten Fällen sei sehr bedenklich. Ich meine allerdings, dass die tatsächliche Aufklärungsquote der MUFON-CES eine unbekannte Größe ist, wenn – wie Herr von Ludwiger angibt – die leicht als IFOs zu erkennenden Meldungen gar nicht erst statistisch erfasst werden. Viel mehr stellt sich mir die Frage, was der Unterschied ist zwischen den nicht erfassten IFO-Fällen und den als geklärt geltenden Fällen in dem schwarzen Ordner.

Dann: Der Vortrag von Marius Kettmann (ebenfalls MUFON-CES) hätte statt „Der Stand der wissenschaftlichen UFO-Forschung“  m.E. besser „Der Stand der MUFON-CES-Forschung“ geheißen. Denn was dort vorrangig referiert wurde, spiegelte nach meiner Auffassung nicht den allgemeinen Stand wieder, sondern lediglich eine bestimmte Perspektive. In sofern ist der Titel etwas irreführend. Inhaltlich ging es dabei vorrangig um Grundlegendes.

Robert Fleischer stellte in seinem Vortrag (der letzte) die Exopolitik als Bürgerinitiative vor. Mit Filialen in Hong Kong, Spanien, Frankreich, Schweden etc. und eben in Deutschland. Für Exopolitiker steht fest, dass Außerirdische existieren und die Regierungen davon wissen (als Beweis hierfür dienen u.a. fragwürdige Implantate, die auf der X-Conference 2009 vorgestellt wurden. Fleischer zeigte Videos von dieser Konferenz und referierte über die Implantate). Die Initiative fordert somit die Offenlegung sämtlicher Informationen und Akten. Nun ist sowohl die Existenz von Außerirdischen als auch ihre Präsenz eine äußerst umstrittene These, deren Hinterfragung sich die Exopolitiker werden gefallen lassen müssen. Bereits die Grundannahmen und angeblichen Belege sind äußerst umstritten. Inhaltlich vermochte ich also nicht mitzugehen (war aber vorher klar). Dennoch, der Vortrag war kurzweilig und Fleischer scheint mir ein recht sympathischer Kerl zu sein. Ich hoffe auf der GEP-Tagung am Sonntag mehr über Exopolitik zu erfahren und vor allem, was genau die Rolle des Deutschland-Ablegers ist. Dort wird dann auch etwas mehr Zeit sein für Gespräche und Nachfragen.

Da die Zeit erbarmungslos überzogen war, bliebt von selbiger nicht mehr viel übrig. Direkt nach dem letzten Vortrag hieß es für uns dann auch schon: Aufbruch. Dennoch hat es sich gelohnt – und man muss m.M.n. auch nicht unbedingt mit einem Vortrag inhaltlich übereinstimmen um ihm etwas abzugewinnen.

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