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Wunderbare UFO-Akten

Danke, MoD!

„Ufo-Akten: Geheime Dokumente enthüllt“ oder „Geheime UFO-Akten: Pilot bricht Schweigepflicht“ – so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen der letzten Tage. UFOs in den Medien, ein Aufflammen alter Themen. Nach der Berichterstattung über die Himmelslaternen als Auslöser zahlreicher UFO-Meldungen, ist der Fokus nun auf ein neues Thema gerichtet: Great Britains Newest Secret UFO-Files! Sensation. Dieses Mal zumindest, denn als das britische Verteidigungsministerium (MoD) den ersten Akten-Stapel freigab, krähte außerhalb der Ufologie kein Medien-Hahn danach. Warum eigentlich nicht? Und was ist diesmal anders? Sind die Seiten weniger geschwärzt? Ist der Inhalt brisanter?

Vom Inhalt erfährt man in den Medien aber sowieso kaum was. Stattdessen wird zwanghaft über Außerirdische geschwafelt. Aus UFOs kann man ja auch prima Aliens machen, egal, wie sehr sich die kritische UFO-Forschung gegen die Verquickung dieser beiden Themengebiete stemmt. In den eigenen Reihen der UFO-Interessierten sind sich die meisten nicht bewusst, dass die Extraterrestrische Hypothese a) nur eine Hypothese ist (und das, obwohl es in der Bezeichnung selbst als Wort vorkommt) und b) nur eine von mehreren möglichen Hypothesen darstellt. UFOs = Außerirdische, das ist eine Formel, die in der Medienlandschaft angewendet wird und in den Köpfen der Bevölkerung einbetoniert ist und ein nicht unerheblicher Anteil an Schuld trägt hier die UFO-Szene selbst. Denn sogar so sinnvolle Projekte wie die Ausformulierung eines Konsenspapiers [1], die sicher erheblich dazu beitragen würden, gemeinsame Definitionen zu verwenden, sinken immer wieder hinab auf den Grund des Ozeans der tollen Ideen.

UFO-Forscher (links im Bild) werden als Experten vor die Kamera geholt.

Wie dem auch sei, die UFO- und Alienkarten werden also mal wieder völlig undifferenziert gemischt. Ein großes Tamtam, bei dem natürlich auch deutsche UFO-Forscher gerne als Experten interviewt werden, leider immer dieselben. Die Forscher aus der seriösen Ecke sehen das ganz gewohnt nüchtern, schließlich sind die Erkenntnisse [2] relativ gering. Zu beachten ist dabei schließlich die Perspektive des MoD. Hier zählt die Frage der nationalen Sicherheit und das ist eine völlig andere Frage, als ein UFO-Forscher sie sich stellen würde. Entsprechend anders ist der Umgang mit den UFO-Fällen. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn einige für die UFO-Forschung längst geklärte Fälle hier noch als „unidentified“ klassifiziert sind. Hauptsache das UFO bedroht das Königreich nicht.

  • http://www.rtl.de/rtlaktuell/rtl_aktuell_videoplayer.php?article=22758&pos=1
  • http://www.mdr.de/mdr-aktuell/thema/5856387.html
  • http://ufos.nationalarchives.gov.uk/
  • http://www.mod.uk/DefenceInternet/FreedomOfInformation/DisclosureLog/SearchDisclosureLog/DisclosureLogSearch.htm
  1. Die bisherige, leider unfertige und vor allem nicht allgemein anerkannte Version finden Sie hier: http://www.anomalistik.de/arbeitsgruppen/grundkonsens_der_ufoforschung.pdf []
  2. Erkenntnisse, um die es, wie gesagt, in den Medien auch gar nicht geht, denn viel wichtiger als die Frage, WAS veröffentlicht wurde, ist der Umstand DASS veröffentlicht wurde []

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