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GEP-Mitglied Robert Habersack im MDR

Ein Zweifler macht mobil: Berliner UFO-Forscher für Aufklärung. Am 10. Juni widmete sich die MDR-Sendung „Lexi-TV“ dem UFO-Thema und interviewte hierzu zuvor GEP-Mitglied Robert Habersack aus Berlin-Treptow (nachdem ich als eigentlicher Berlin-Brandenburg-Vertreter aus beruflichen Gründen absagen musste und den TV-Sender an meinen Berliner Kollegen verwies).

Eine schwarze Scheibe zieht über den Himmel und aus dem Off stellt man sich die Frage, ob dies das Werk von Außerirdischen sein könnte: „Robert Habersack sagt ´Nein´. Er fällt auf solche Sachen nicht herein. Für ihn gibt es keine UFOs. Er meint, jedes unbekannte Flugobjekt lässt sich identifizieren.“ – Dies ist vielleicht etwas hochgegriffen, denn nicht immer ist es möglich, berichtete UFO-Sichtungen zur Zufriedenheit aufzuklären. Dahinter können ganz banale Gründe, wie mangelnde Informationen zum Hergang stecken und ein Beweis für Aliens ist dies noch lange nicht. Es trifft auch nicht zu, dass es keine UFOs gibt, wenn man sich an die von der GEP verwendete Definition erinnert, nach der jede nicht sogleich zu identifizierende Erscheinung am Himmel ein UFO (im weiteren Sinne) darstellt. Im Beitrag wird höchstwahrscheinlich der Begriff mit einem Raumschiff oder Ähnlichem gleichgesetzt. Hier wäre eine Differenzierung und Aufklärung über den UFO-Begriff wünschenswert gewesen.

Habersack geht nun auf die „typische Untertassenform, wie sie Kenneth Arnold beschrieben hat“, ein. Demnach werden UFOs als Untertassen gesehen, weil durch Erzählungen „die Form der UFOs immer weitergetragen wird“. Die Menschen wüssten somit, wie UFOs auszusehen hätten. In der Praxis übrigens sind sog. „Lichtpünktchen-Fälle“ wesentlich häufiger anzutreffen als Fälle, bei denen konkrete Strukturen, etwa Scheiben oder Zigarren, gesehen werden.

Etwas unglücklich empfinde ich die folgende Formulierung Habersacks: „Ich lese Däniken und die anderen Gläubiger [sic!], um jene bekämpfen zu können – weil ich kenne das sozusagen so aus´m Militär, dass man den Feind erst bekämpfen kann, wenn man sich über ihn im Klaren ist. Wenn man über ihn keine Informationen hat, kann man ihn nicht bekämpfen.“ – Bei all den Grabenkämpfen der Ufologen und den persönlichen Anfeindungen wird nur zu schnell vergessen, dass es eigentlich um die Erforschung eines Phänomens geht. Dabei wird sich herausstellen, welche Hypothesen falsifiziert werden können und welche sich als richtig erweisen. Es ist allerdings tatsächlich notwendig, dass man sich in der ufologischen Literatur auskennt (ganz gleich aus welcher Perspektive heraus sie geschrieben wurde).

Leider war der Beitrag deutlich zu kurz um ausgiebig auf das Thema einzugehen, aber immerhin wurde deutlich, dass es auch Kritiker auf dem Feld gibt.

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