Zum Inhalt springen

Kommentar zu Werner Walters Artikel „Skeptiker ist nicht gleich Skeptiker“ in ET 5 (Leserbrief in ET-Magazin Nr. 7 vom 26. Juni 2000)

Eine bedeutende Feststellung liegt bereits in den ersten zwei (!) Worten von Werner Walters Artikel: FÜR MICH … Tatsächlich ist Skeptizismus eine Ansichtssache der einzelnen Personen, die ihn betreiben. Während viele „Betreiber“ des Skeptizismus Skeptiker (und somit sich selbst) als das sehen, was die ursprüngliche Wortbedeutung (Skepsis Zweifel, Bedenken [aufgrund sorgfältiger Überlegungen], Zurückhaltung) ist, sehen andere eher den ewigen NEIN-Sager, Debunker und Dogmatiker. Bereits Edgar Wunder stellte einst im „Skeptiker“ fest, dass es keine feste Begriffsbestimmung gibt, was zu einiger Problematik führt. Tatsächlich gibt es Menschen in der UFO-Szene, die sich selbst ebenfalls als Skeptiker bezeichnen und dabei nichts als Dogmatismus und die immer wieder vorgeworfene „Wegerklärerei“ betreiben. Auf diese trifft das Bild, welches die Öffentlichkeit von den bösen Skeptikern vermittelt bekommt zu. Anders ist es mit denjenigen, die sich ebenfalls Skeptiker nennen, mit der gerade genannten Gruppe aber nicht das Geringste zu tun haben wollen. Trotzdem werden sie aufgrund der gemeinsamen Namensbezeichnung in dieselbe Schublade gesteckt, aus der es kaum ein Entrinnen gibt. Selbst innerhalb der einzelnen Gruppen wie GEP, CENAP oder MUFON-CES gibt es so unterschiedliche Auffassungen, dass es überhaupt nicht möglich ist, dass der Begriff Skeptiker (wie er auch immer er verstanden wird) auf alle Mitglieder zutrifft. Dies zählt jedoch nicht für die, welche ihr Feindbild der Debunker erhalten wollen und müssen.

Ist es daher ratsam, sich selbst als Skeptiker zu bezeichnen, wenn dieser Begriff schon so vorurteilsbelastet ist? Versuche aus der Vergangenheit, auf andere Bezeichnungen auszuweichen, schlugen fehl – würden aber auch nicht viel bringen, da sie zu neuen Feindbildern avancieren würden. Es scheint, als würde es mehr ein persönlicher Feldzug gegen bestimmte Personen sein. Dabei sollte man doch annehmen, dass alle im selben Boot sitzen (sofern die Absichten, dem UFO-Phänomen an sich auf die Spur zu kommen, ehrlich gemeint ist) und sich nicht wegen falschinterpretierter Begriffsbezeichnungen gegenseitig in den Hintern treten wollen. Leider kennen sich viele, die sich auf dem UFO-Sektor bewegen, nicht persönlich, sondern nur über das Internet oder Aufsätzen. Dabei kann es kommunikationsbedingt zu Problemen kommen, die wieder auf das altbekannte Bild bsp. der „Wegerklärer“ zurückführen. Kritik muss hier an der Pro-UFO-Seite geübt werden, die sämtliche Angebote (bis auf einige wenige Ausnahmen) für Kommunikation und persönliches Kennenlernen bisher ausschlugen (siehe die „UFO-Begegnung“ 1999 in Cröffelbach, wo sich trotz rechtzeitiger Einladungen kein Ufologe oder Befürworter blicken ließ). Ich möchte hoffen, dass so mancher einsehen wird, dass dieses Schubladen-Denken keineswegs etwas bringt. So individuell verschieden die Menschen sind, muss auch die Einstellung zum UFO-Phänomen gesehen werden.

Dann weiterhin frohes Schaffen und bis dann! T.A.Günter

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar