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1. Treffen der Interessengruppe für Geister & Paraphänomene (IGP)

Nur wenige Tage nach dem die erste (noch kostenlose) Ausgabe der Zeitschrift „Transwelten“ (TW) erschienen ist, konnte man am 25. Juni 2000 der Einladung der beiden Initiatoren Frank Klare und Andreas Marechal zur Diskussion zum Thema ´Geistererscheinung und Manifestationen´ folgen. Diese sollte im Restaurant „Sonja“ im Berliner Bezirk Neu-Köln stattfinden.

Als Leser der TW war auch T.A.Günter, CENAP, eine Einladung zur besagten Diskussionsrunde ins Haus geflattert. Schon vor offiziellem Beginn lernte er in einem lockeren Gespräch Klare und Marechal kennen, die er bis dahin nur vom Telefon kannte. Bis hierher wartete man noch auf weitere Teilnehmer. Dieser erschienen auch wenig später in Gestalt von Brünhilde Schreiber und Bernhard Tümm. Das sollte es jedoch an Teilnehmern für das erste IGP-Treffen schon gewesen sein. Mehr Seelen hatten sich nicht zur Diskussion eingefunden. Trotzdem versprach es interessant zu werden.

Frank Klare hatte ein Konzept vorbereitet und eröffnete die Runde am Stammtisch mit einigen TW-Internas und verlas in diesem Zuge einen Leserbrief des Kritikers Rudolf Henke, welchen er nach der 1. TW-Ausgabe erhalten hatte. Wie erwartet war Henkes Kommentar sehr kritisch und ließ kaum ein gutes Haar an der spiritistischen Zeitschrift. Sowohl Klare als auch Marechal sahen dies locker, während Tümm jedoch die Stirn runzelte und verlauten ließ, dass dieser als „ehemaliger Mitarbeiter von Werner Walter keine Ahnung hat und zu den Skeptikern“ gehöre (hier vernahm Günter erstmals live aus dem Mund eines Gläubigen den Vorwurf, dass Skeptiker von „irgendwem“ bezahlt werden, worüber er nur still lächelte). So war man schnell zum Thema Skeptiker übergesprungen und es stellte sich heraus, dass Tümm keinen der von ihm verurteilten Kritiker persönlich kannte, sondern nur aus der Gerüchteküche zitierte.

Nun denn, das Thema lautete auf ´Geister´ und Klare erinnerte daran, während er einiges Buchmaterial, zumeist Bildersammlungen und kunterbunte Zusammenstellungen der unkritischen Art, durch die kleine Runde reichte. Dabei fragte er nach eigenen Erfahrungen seiner Gäste und musste dann erst mal erklären, was Manifestationen sind, weil sich Frau Schreiber sich nicht sicher war, ob sie eine solche schon erlebt hatte. Sie beschrieb, dass ihr ein Gesicht in den Buchseiten ihrer Nachtlektüre wiederfahren war und fand dies sehr unheimlich. Klare, der selbst schon Erfahrungen der spukigen Art gemacht hatte und diese auch in dem TW-Fortsetzungsroman Dietrichs Rache „belegt“, kramte nun einige Fotos heraus, welche zumeist verschwommene Möbelstücke zeigten und nebenbei Geistergesichter zeigen sollten, was jedoch Schreiber und Tümm nicht wussten, als sie ihnen vorgelegt worden. Vielmehr, so Klare, sollten sie unvoreingenommen beschreiben, was dort zu sehen sei und ob da etwas wäre, was „dort nicht hingehört“ (wie suggestiv). Die beiden „Probanten“ mussten notieren und dann wurde ausgewertet. T.A.Günter selbst lagen Klares Bilder bereits seit einiger Zeit vor. Er hatte mit ihnen getestet, ob man in solche verschwommenen Bilder nicht alles Mögliche hineinsehen kann. Ergebnis: man kann.

Günters Testpersonen hatten verschiedene Figuren und Gestalten gesehen, vorzugsweise Dinge, die den individuellen Interessen des Betrachters entsprachen. Man muss also einräumen, dass Klare auf den Bildern u.a. Geister sieht, weil er sich für dieselben interessiert und an sie glaubt. Günter Ausführungen und die eigene Unfähigkeit von Brünhilde Schreiber, auf den Bildern Gespenster zu sehen, überzeugte zumindest sie, dass es sich hier um subjektiv wahrgenommene Dinge handelt. Ihr Kommentar: „Wenn man mit solchen Bildern – ich sag mal – kommt, braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn man nicht ernst genommen wird“, hatte eine gewissen Wahrheit inne. Auch Klare zeigte etwas mehr Skepsis, ließ sich aber nicht davon abbringen, dass mindestens auf einem der Fotos eine sitzende Frau zu sehen war. Tümm sah übrigens ebenfalls Gesichter (allerdings andere als Klare).

Bernhard Tümm verteilte an diesem Abend noch Unmengen von Zeitungsartikeln, und gab Diskussionsthemen rund um Themen wie Roswell, UFOs etc. an, wobei Klare zum wiederholten Male an die eigentliche Thematik erinnern musste, welche im gesamten Treffen etwas zu kurz kam. Frau Schreiber war längst gegangen, während Tümm und Günter sich gegenseitig (sachlich) kontra gaben. Für seine Online-Zeitschrift machte Günter noch ein kurzes Tonband-Interview mit Klare und Marechal, bevor das Treffen beendet wurde.

Fazit: ein interessantes Treffen, welches einen winzigen Einblick in die Gedankenwelten von Para-Gläubigen gab. An dieser Stelle fehlt zum Teil eben das Verständnis für Wissenschaft und auch die Zeitschrift Transwelten wird dem nicht gerecht – was jedoch Klare und Marechal als Laien auch bereitwillig einräumen. Trotzdem war diese Zusammenkunft zwischen Pro und Kontra sehr ergiebig.

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